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• Sonntag, Februar 28th, 2016

Da der deutsche Winter bisher nichts zu bieten hatte (und schon gar nicht an kanadische Verhältnisse rankommt), mussten also andere Maßnahmen ergriffen werden und so fielen die Würfel auf einen Kurztrip in den (naja nicht so hohen) Norden: Göteborg. Sogar recht bequem erreichbar von München, machten Franz (Schwedenbegeisterte und praktischerweise auch des Schwedischen mächtig) und ich uns morgens um 5 auf, wo wir natürlich im Flugzeug statt Schlaf erstmal schreiende Kinder vorfanden. Dort angekommen erst mal das inzwischen merkwürdige Geldwechseln erledigt (Euroverwöhnt halt) und zu unserer süßen kleinen Unterkunft aufgebrochen (Air bnb wie immer nur zu empfehlen.) Hier auch die Aussicht von unserem schönen, kleinen verschneiten Balkon:

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Nach erfolgreichem Gemütlichmachen sind wir erst mal aufgebrochen zu einer kleinen Stadtwanderung bei so -10 Grad, also eigentlich noch ganz angenehm 😉 Meine anfängliche Challenge bestand auch für den Trip darin, mich mal vegan zu ernähren solidarisch mit Franz (ok hat nicht so ganz geklappt).

Die Innenstadt von Göteborg (übrigens in etwa so groß wie Stuttgart) ist recht nett, auffällig sind die Ãœbermenge an Pubs (scheinen die Schweden wohl Gefallen gefunden zu haben. Bierpreise übrigens bei 5€ aufwärts…

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Wie ich gelernt habe (wir haben uns mit zwei Couchsurfer-Bekanntschaften von Franz getroffen) ist Göteborg so im 18. Jh mal abgebrannt und ein britischer Architekt hat die Stadt zum größten Teil aufgebaut, daher sieht man dort auch so viele der charakteristischen Backsteinhäuser. Die übrigens zum anderen Teil der Stadt passen: nämlich der Hipster-Hauptstadt Schwedens. Wie uns Thomas, der Bekannte von Franz aus Stockholm erklärte, gibt es in Schweden nämlich eigentlich fast nur Hipster momentan und Subkulturen sind eigentlich schwer zu finden, wohl am ehesten noch Metalheads in Stockholm. Wird bei nächster Gelegenheit überprüft 😉 Schön in der Stadt sind auf jeden Fall noch der Hafen und der Bereich um das Theater:

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Wie man schon auf den Bildern erkennen kann, war das Wetter jetzt nicht so optimal und an unserem zweiten Tag haben wir den Fehler begangen und sind bei schneidendem Wind und Schneefall zu den Schäreninseln gefahren und waren beinahe die einzigen Menschenseelen auf dieser Fähre (vielleicht eher im Sommer zu empfehlen):

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Trotzdem waren die kleinen, bunten Holzhäuser sehr süß und man konnte sich das Baden im Sommer dort sehr gut vorstellen. Wofür Göteborg ebenfalls noch sehr bekannt ist, ist deren großer Freizeitpark dort (Liseberg), der aber im Winter geschlossen hat (die Achterbahnen sahen aber auf jeden Fall vielversprechend aus). Stattdessen sind wir indoors ins Universum so eine Art lifescience Museum mit diversen Ausstellungsstücken (z.B. Mammuts), aber auch einem kleinen Regenwald und Ausprobiersachen (beispielsweise ganz fasziniert war ich von den Seifenblasenmaschinen ;)). Was man ebenfalls erwähnen sollte ist, dass die Schweden gerade vielleicht auch wegen der wenigen Sonnenstunden am Tag, ganz fantastische Lampen und Lichter haben überall und die Straßen nachts richtig schön beleuchtet sind (leider taugt meine Handykamera nur nichts, daher muss man das auf den Bildern eher erahnen):

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Was so die Schweden vor Ort betrifft: sehr nettes Völkchen! Haben uns immer geholfen und auch öfters angesprochen. Insbesondere abends und im angetrunken Zustand werden die Schweden (ähnlich wie die Finnen) sehr redselig und so hat uns ein ca. 50-jähriger vierteldeutscher Schwede an der Metrostation uns seine halbe Lebensgeschichte erzählt, einer der Couchsurfer uns das halbe schwedische, politische System erklärt (sehr interessant, was Geschlechtergleichberechtigung betrifft und auch die aufkommende Fremdenfeindlichkeit und Rechtsruck ähnlich wie in DE) und eine Einladung nach Stockholm haben wir auch bekommen. Also das nächste Ziel ist damit (für die wärmeren Sommermonate) schon gesetzt: Stockholm!

 

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